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Verpackungstrends

Nachhaltige Verpackungslösungen

Im Gespräch mit Verpackungsentwicklerin Simone Pusch.

Ökologie und Verpackungsdienstleistungen kann das zusammenpassen? Ja, sagen wir bei Packservice. Um marktgerechte und nachhaltige Lösungen anbieten zu können, treten wir in den Dialog mit unseren Kunden und setzen zudem auf externe Profis.  Verpackungsentwicklerin Simone Pusch von pack4u ist eine von ihnen. Im Interview spricht sie über ökologische Nachhaltigkeit und Greenwashing.

Anhand welcher Kriterien bewerten Sie die ökologische Nachhaltigkeit einer Verpackung?

Die Nachhaltigkeit von Verpackungen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Konzepte für nachhaltige Verpackungen betrachten dabei immer ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte. Eine nachhaltige Verpackung muss heute viele Funktionen erfüllen, welche durch die unterschiedlichsten Faktoren wie gesetzliche Vorgaben, Verbraucherwünsche, das Packgut oder die Distribution,E-Commerce und Logistik beeinflusst werden.

Die Kriterien sehe ich vor allem in der Verwendung von nachwachsenden und recyclebaren Rohstoffen und einem schlanken Produktionsprozess mit niedrigen Emissionen. Für das ökologische und nachhaltige verpacken ist der CO2-Fußabdruck maßgeblich, erzielen lässt sich das z.B. durch:

  • Materialreduktion
  • Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen
  • Energieeinsparung im Produktionsprozess
  • Alternative Materialien als Ersatz für Kunststoffe
  • Design for Recycling

nachhaltige Verpackungslösungenökologisches Design

Aktuell wird das Thema „Greenwashing“ sehr stark diskutiert. Wie kann der Verbraucher erkennen, ob die Verpackung auch tatsächlich nachhaltig ist?

Für den Verbraucher ist es oftmals nur schwer ersichtlich, ob eine Verpackung nachhaltig und ökologisch sinnvoll ist. Die Konsumenten sehen Verpackungen meist dann als nachhaltig an, wenn sie aus recycelten oder recycelbaren Materialien bestehen, also vor allem Papier/Pappe oder Glas. Bei Kunststoffen ist es für den Verbraucher weitaus schwieriger zu erkennen, ob das Material evtl. biologisch abbaubar ist, aus recyceltem Material besteht oder erdölbasiert ist. Gerade hier ist es wichtig die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen aktiv an den Verbraucher zu kommunizieren und Kunststoffe auch nur dort einzusetzen, wo sie für das Füllgut zwingend erforderlich sind.

Für welche Materialien gibt es heute schon echte Alternativen? Ist beispielweise biologisch abbaubares Plastik umweltfreundlicher als konventionelles Plastik?

Generell kann man sagen, dass es möglich ist, Verpackungen welche ausschließlich aus Marken und verkaufsfördernden Aspekten Kunststoff verwenden, auf z.B. Faserstoffe umzustellen. Allerdings immer unter Berücksichtigung des CO2-Fußabdruckes und der entsprechenden Anforderungen des Füllgutes gegenüber der Verpackung, ein genereller Verzicht auf Kunststoff macht wenig Sinn und hängt in erster Linie vom Füllgut ab. Es bedarf immer einer ganzheitlichen Betrachtung.

wiederbefüllbare VerpackungPapierverpackung

Bei den Bio-Kunststoffen muss unterschieden werden zwischen Bio-Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und Bio-Kunststoffen, welche auf Basis petrochemischer Rohstoffe basieren. Die meisten Bio-Kunststoffe zerfallen nicht in Humus, sondern zu Wasser und CO2, diese sind über den Restmüll zu entsorgen. Für die Abbaubarkeit und die Zersetzung von Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen z.B. auf Zuckerrohrbasis werden ideale Bedingungen benötigt, welche der heimische Kompost beispielsweise nicht bietet, d.h. der Konsument wird die Bio-Kunststoffverpackung, wenn er sie als solche erkennt wahrscheinlich im Biomüll entsorgen. Die konventionellen Kunststoffe hingegen können über den Wertstoff in unserem Entsorgungssystem direkt recycelt werden.

Zur Person

Simone Pusch Pack4uSimone Pusch ist Verpackungsexpertin mit 20 Jahren Berufserfahrung als Dipl. Ing. (FH) Verpackungstechnik in der Automotive, Kosmetik und Food Industrie. Mit pack4u hat sie sich 2020 als freiberufliche Verpackungsingenieurin selbstständig gemacht und auf die Beratung der FMCG Industrie spezialisiert.

 

 

 

 

 

Fotocredits: Simone Pusch, pack4u. Oana Cristina, Tara Dane,  Toa Heftiba, Cleanimalist, pulsitos
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