Nachhaltige Verpackungen

Nachhaltige Verpackungen

Warum wir auf nachhaltige Verpackungen setzen

Verpackungen erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen. Sie dienen dem Produktschutz, vereinfachen Transport und Lagerung, regen zum Kauf an, beinhalten wichtige Informationen und erfüllen damit zahlreiche gesetzliche Vorgaben. Deshalb sind Verpackungen meist ein unverzichtbarer Teil des Produkts. Gleichzeitig haben sie einen erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt – bisher leider meist einen negativen. Deshalb ist es umso wichtiger nachhaltige Verpackungen einzusetzen, welche das Klima, die Ressourcen und die Umwelt schonen.

Nachhaltige Verpackungen sind in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. Verbraucher, Politik und der Handel fordern grüne Lösungen, während Dienstleister und Packmittelhersteller die richtigen Lösungen liefern sollen.

Wie nachhaltig eine Verpackung wirklich ist, ist auf den ersten Blick jedoch kaum zu erkennen – zumal der Begriff „nachhaltig“ nicht klar definiert ist. Bedeutet „nachhaltig“, dass der CO2-Footprint geringer ist, dass Ressourcen geschont werden, weniger Wasser verbraucht wird, oder dass beim Abbau weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen? Spielen vielleicht sogar soziale Aspekte eine wichtige Rolle? Sind Mehrwegverpackungen immer besser als Einwegverpackungen? Und was genau bedeutet biobasiert, biologisch abbaubar, kompostierbar, recycelt, recyclebar und all die weiteren Eigenschaften? Gibt es überhaupt einen Unterschied und wenn ja, was sind die Vor- und Nachteile? Schnell wird klar, dass die Beurteilung der Umweltfreundlichkeit einer Verpackung sehr komplex ist und einer individuellen und vielseitigen Betrachtung bedarf. Um bewerten zu können, ob eine Verpackung wirklich umweltfreundlich ist, stellen wir uns genau diese und viele weitere Fragen. Wir beraten Sie gerne, um die perfekte und umweltfreundliche Verpackung für Ihr Produkt zu finden.

Wie wir nachhaltige Verpackungen umsetzen   Materialeinsparung   Materialanpassung   Materialausnutzung   Verpackungsprozess   Nachhaltige Kreislaufwirtschaft   Die Relevanz nachhaltiger Kreislaufwirtschaft    Experteninterview   

Wie wir nachhaltige Verpackungen umsetzen

Ökologische Aspekte einer nachhaltigen Verpackung

Eine nachhaltige Verpackung muss nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische, soziale und funktionale Aspekte erfüllen. Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben, Verbraucherwünsche, Anforderungen vom Handel und Logistiker. Um all diese Aspekte bestmöglich abzudecken, brauchen Sie einen kompetenten und zuverlässigen Partner an Ihrer Seite.

Im Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit der Verpackung ist grundlegend der CO2-Footprint maßgebend. Diese wird überwiegend durch den verwendeten Rohstoff, einen schlanken Produktionsprozess und kurze Transportwege bestimmt.

Weitere ökologische Aspekte:

  • Wasserverbrauch
  • Energieverbrauch
  • Verwendung fossiler oder nachwachsender Rohstoffe
  • Beachtung der Biodiversität beim Anbau nachwachsender Rohstoffe
  • Chemikalieneinsatz
  • Auswirkungen auf die Umwelt nach Verwendung (Chemikalien, (Mikro-) Plastik, …)
  • Wiederverwendbarkeit (recyclebar oder Mehrweg)
  • Abbaubarkeit (biologisch abbaubar oder kompostierbar)

Materialeinsparung

Clevere Verpackungsdesigns schonen die Umwelt

Eine Materialeinsparung ist oftmals ein sehr sinnvoller erster Schritt hin zu einer grüneren Verpackung. Wird weniger Verpackungsmaterial verbraucht sinkt folglich auch der CO2-Footprint, der Wasser- und Energieverbrauch etc.. Eine Materialeinsparung kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden: Geringere Größe und Grammatur, smarteres Verpackungsdesign, Bedruckung, Veredelungstechnik. Durch ein smarteres Design und eine clevere Konstruktion, z.B. durch Stanzungen, kann oft sogar vollständig auf Klebstoffe oder zusätzliches Plastik verzichtet werden.

Materialanpassung

Nachhaltige Alternativen

Eine weitere Möglichkeit ist die Materialanpassung. Hierbei wird das bisherige Verpackungsmaterial durch eine umweltfreundlichere Alternative teilweise oder vollständig ersetzt. Dadurch erreicht man in den meisten Fällen eine Reduktion des CO2-Footprints, des Energie- und Wasserverbrauchs, sowie der Abfallmenge. Erdölbasierte Kunststoffe können oftmals z.B. durch biobasierte oder biologisch abbaubare Kunststoffe, durch Rezyklate oder sogar durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Häufig ist sogar eine komplette Umstellung von fossilen Rohstoffen auf nachwachsende Rohstoffe möglich – z.B. von Plastik auf Papier, Graspapier, Karton oder Wellpappe. Dies ist insbesondere im Bereich der Sekundärverpackung gut möglich, da hier nur selten eine Barrierewirkung der Verpackung erforderlich ist.

Beispiele möglicher Materialanpassungen:

  • Kunststoff wird ersetzt durch Faserstoff, Graspapier, Graskarton, Biokunststoff
  • Zellstoffkarton wird ersetzt durch Recyclingkarton
  • Vollkartonage wird ersetzt durch Wellpappe
  • Tiefziehteile werden ersetzt durch Paperfoam, Faserguss

Materialausnutzung

Mehr Nachhaltigkeit durch modernste Technik

Wir achten auf eine maximale Materialausnutzung, so dass möglichst wenig Packmittel verschwendet werden. Hierfür betrachten wir nicht nur die Verpackung, sondern auch den gesamten Verpackungsprozess und die damit verbundene Supply Chain. Es gibt zahlreiche funktionale und technische Lösungen, um mehr aus den vorhandenen Packmitteln rauszuholen. Beispielsweise kann durch eine vollautomatisierte Wickelmaschine über 50% Plastik und CO2 eingespart werden. Hierzu dehnt die Maschine die Stretchfolie bevor sie die Palette umwickelt, wodurch bei jeder Palette weniger Folie benötigt wird. Gerne unterstützen wir Sie auch bei Ihrem Packmittel Management.

Verpackungsprozess

Nachhaltiger Verpackungsprozess mit Expertise

Für eine bestmögliche Verpackungsentwicklung und Verpackungsoptimierung arbeiten wir zusätzlich mit externen Verpackungsentwicklern zusammen. Gemeinsam hinterfragen wir, wie nachhaltig eine Verpackung, der Verpackungsprozess und die damit verbundene Supply Chain tatsächlich ist. Ein wichtiger Baustein ist dabei unser Campus-Konzept: wir verpacken In-house auf der Fläche unserer Kunden oder beim Logistiker. Darüber hinaus arbeiten wir vorwiegend mit regionalen Herstellern zusammen, wodurch wir ebenfalls Transportwege verkürzen und überflüssige Transportemissionen reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei unsere Tochter Flexpack, die auf Verpackungen aus Wellpappe spezialisiert ist.

Wir beraten Sie gerne rund um einen nachhaltigen Co-Packing-Prozess.

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Nachhaltige Kreislaufwirtschaft

LOOPOS – Der Loop am Point of Sale

Kreislaufwirtschaft ist ein System, das zum Ziel hat, den Lebenszyklus von Produkten bzw. deren Rohstoffen zu verlängern. Dies wird erreicht, indem Produkte und Materialien langlebig konstruiert und so lange wie möglich wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet, geleast, geteilt oder recycelt werden, um sie dadurch im Materialkreislauf zu halten. Produkte erhalten dadurch mehrere Lebenszyklen (Umläufe) und recycelte Materialien werden zum „Rohstoff“ neuer Produkte. Infolgedessen werden Abfälle minimiert und die Menge neu zu gewinnenden Rohstoffen reduziert, was sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.

LOOPOS ist die Marke der Packservice Gruppe für mehr Kreislaufwirtschaft am Point of Sale. Wir setzten uns dafür ein den POS durch innovative Lösungen nachhaltiger zu gestalten. Unser Herzstück ist das Mehrwegdisplay. Es besteht aus wiederverwendbaren Trays, die gestapelt ein individuell gestaltbares POS-Display ergeben, das auf jeden gängigen ¼-Ladungsträger passt. Die Trays sind sehr belastbar, reparierbar, leicht zu reinigen und schaffen so bis zu 100 Umläufe. Bereits nach wenigen Umläufen weist es eine bessere CO2-Bilanz auf als herkömmliche Einwegdisplays aus Karton. Hier finden Sie weitere Details zu unserem Mehrwegdisplay.

Wir arbeiten stetig an der Weiterentwicklung unserer POS-Lösungen, um diese noch nachhaltiger zu machen und noch besser auf die Bedürfnisse und Wünsche des Handels und der Verbraucher anzupassen. Ebenso arbeiten wir gemeinsam mit Hochschulen und Unternehmen an weiteren Lösungen für eine vermehrte und bessere Kreislaufwirtschaft.

Die Relevanz nachhaltiger Kreislaufwirtschaft

Warum ist Kreislaufwirtschaft so wichtig für die Umwelt?

Kreislaufwirtschaft ist das Gegenteil zur Linearwirtschaft. Die Linearwirtschaft ist das aktuell vorherrschende System, bei dem die Produkte und Rohstoffe nach der Nutzung auf Deponien entsorgt oder verbrannt werden. Deshalb wird sie umgangssprachlich auch als „Wegwerfwirtschaft“ bezeichnet. Die negativen ökologischen Auswirkungen und ökonomischen Nachteile liegen auf der Hand. Ein massiver Ressourcenverbrauch, insbesondere von nicht-nachwachsenden und fossilen Rohstoffen, ein hohes Abfallaufkommen und sehr schlechte CO2- und Umweltbilanzen der Produkte. Kreislaufwirtschaft ist demnach ein unausweichlicher Teil nachhaltigeren Wirtschaftens.

Bestärkt wir die Kreislaufwirtschaft durch neue Technologien und die fortschreitende Digitalisierung, durch den steigenden Druck von Verbrauchern und Investoren, sowie durch entsprechende Regulationen der Politik.

Experteninterview

Im Gespräch mit Verpackungsentwicklerin Simone Pusch

Ökologie und Verpackungsdienstleistungen kann das zusammenpassen? Ja, sagen wir bei Packservice. Um marktgerechte und nachhaltige Lösungen anbieten zu können, treten wir in den Dialog mit unseren Kunden und setzen zudem auf externe Profis. Verpackungsentwicklerin Simone Pusch von pack4u ist eine von ihnen. Im Interview spricht sie über ökologische Nachhaltigkeit und Greenwashing.

Anhand welcher Kriterien bewerten Sie die ökologische Nachhaltigkeit einer Verpackung?

Die Nachhaltigkeit von Verpackungen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Konzepte für nachhaltige Verpackungen betrachten dabei immer ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte. Eine nachhaltige Verpackung muss heute viele Funktionen erfüllen, welche durch die unterschiedlichsten Faktoren wie gesetzliche Vorgaben, Verbraucherwünsche, das Packgut oder die Distribution, E-Commerce und Logistik beeinflusst werden.

Die Kriterien sehe ich vor allem in der Verwendung von nachwachsenden und recyclebaren Rohstoffen und einem schlanken Produktionsprozess mit niedrigen Emissionen. Für das ökologische und nachhaltige verpacken ist der CO2-Fußabdruck maßgeblich, erzielen lässt sich das z.B. durch:

  • Materialreduktion
  • Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen
  • Energieeinsparung im Produktionsprozess
  • Alternative Materialien als Ersatz für Kunststoffe
  • Design for Recycling

Aktuell wird das Thema „Greenwashing“ sehr stark diskutiert. Wie kann der Verbraucher erkennen, ob die Verpackung auch tatsächlich nachhaltig ist?

Für den Verbraucher ist es oftmals nur schwer ersichtlich, ob eine Verpackung nachhaltig und ökologisch sinnvoll ist. Die Konsumenten sehen Verpackungen meist dann als nachhaltig an, wenn sie aus recycelten oder recycelbaren Materialien bestehen, also vor allem Papier/Pappe oder Glas. Bei Kunststoffen ist es für den Verbraucher weitaus schwieriger zu erkennen, ob das Material evtl. biologisch abbaubar ist, aus recyceltem Material besteht oder erdölbasiert ist. Gerade hier ist es wichtig die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen aktiv an den Verbraucher zu kommunizieren und Kunststoffe auch nur dort einzusetzen, wo sie für das Füllgut zwingend erforderlich sind.

Für welche Materialien gibt es heute schon echte Alternativen? Ist beispielweise biologisch abbaubares Plastik umweltfreundlicher als konventionelles Plastik?

Generell kann man sagen, dass es möglich ist, Verpackungen welche ausschließlich aus Marken und verkaufsfördernden Aspekten Kunststoff verwenden, auf z.B. Faserstoffe umzustellen. Allerdings immer unter Berücksichtigung des CO2-Fußabdruckes und der entsprechenden Anforderungen des Füllgutes gegenüber der Verpackung, ein genereller Verzicht auf Kunststoff macht wenig Sinn und hängt in erster Linie vom Füllgut ab. Es bedarf immer einer ganzheitlichen Betrachtung.

wiederbefüllbare VerpackungPapierverpackung

Bei den Bio-Kunststoffen muss unterschieden werden zwischen Bio-Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und Bio-Kunststoffen, welche auf Basis petrochemischer Rohstoffe basieren. Die meisten Bio-Kunststoffe zerfallen nicht in Humus, sondern zu Wasser und CO2, diese sind über den Restmüll zu entsorgen. Für die Abbaubarkeit und die Zersetzung von Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen z.B. auf Zuckerrohrbasis werden ideale Bedingungen benötigt, welche der heimische Kompost beispielsweise nicht bietet, d.h. der Konsument wird die Bio-Kunststoffverpackung, wenn er sie als solche erkennt wahrscheinlich im Biomüll entsorgen. Die konventionellen Kunststoffe hingegen können über den Wertstoff in unserem Entsorgungssystem direkt recycelt werden.

Zur Person

Simone Pusch Pack4uSimone Pusch ist Verpackungsexpertin mit 20 Jahren Berufserfahrung als Dipl. Ing. (FH) Verpackungstechnik in der Automotive, Kosmetik und Food Industrie. Mit pack4u hat sie sich 2020 als freiberufliche Verpackungsingenieurin selbstständig gemacht und auf die Beratung der FMCG Industrie spezialisiert.

 

 

 

 

 

Fotocredits: Simone Pusch, pack4u. Oana Cristina, Tara Dane,  Toa Heftiba, Cleanimalist, pulsitos
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