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Verpackungsnews

Reaktionsfähigkeit. Das Geheimnis erfolgreichen Co-Packings und funktionierender Supply Chains.

Reaktionsfähigkeit für erfolgreiche Supply Chains

„Kein Standort von damals besteht heute noch.“ Wenn Oliver Fischer, Geschäftsführer Packservice Deutschland & Schweiz, über seine Anfänge bei Packservice spricht, sorgt dieser Satz oft für Verwunderung. Als er 2001 ins Unternehmen eintrat, war Packservice ein regional aufgestellter Dienstleister mit drei Standorten im Raum Karlsruhe. Heute ist daraus eine Unternehmensgruppe mit zahlreichen Standorten im D-A-CH-Raum geworden.

Was auf den ersten Blick wie eine reine Wachstumsgeschichte klingt, erzählt in Wahrheit noch etwas anderes: die Geschichte eines Unternehmens, das sich immer wieder verändert hat. Standorte wurden erweitert, verlagert, geschlossen oder neu aufgebaut. Prozesse wurden neu gedacht, Technologien eingeführt und Strukturen angepasst.

„Wir haben uns immer gemeinsam mit unseren Kunden weiterentwickelt. Fortentwicklung ist einer unserer zentralen Unternehmenswerte und Teil unserer DNA. Veränderungen anzustoßen und auf aktuelle wie zukünftige Herausforderungen zu reagieren, gehört seit jeher zu unserem Geschäftsmodell“, erklärt Oliver Fischer. Und genau diese Fähigkeit ist heute wichtiger denn je.

Die Illusion des perfekten Plans

Die meisten Lieferketten beginnen mit einem perfekten Plan. Absatzmengen werden prognostiziert, Aktionen terminiert, Verpackungen entwickelt und Produktionskapazitäten eingeplant. Doch wer im Tagesgeschäft von Industrie, Handel oder Logistik Verantwortung trägt, weiß: Realität und Planung sind selten deckungsgleich.

Schneller konfektionierenMarketingaktionen werden kurzfristig angepasst. Saisonprognosen verändern sich. Neue Produkte kommen früher oder später als geplant auf den Markt. Regulatorische Anforderungen schaffen neue Rahmenbedingungen. Lieferketten geraten unter Druck. Wettbewerber verändern die Spielregeln.

Die Fähigkeit, auf solche Entwicklungen zu reagieren, entscheidet heute oft über den Erfolg oder Misserfolg einer Aktion, eines Produkts oder einer gesamten Lieferkette. Veränderung ist längst nicht mehr die Ausnahme. Sie ist zum Normalzustand geworden.

Wenn acht Wochen über Erfolg und Misserfolg entscheiden

Wie entscheidend diese Fähigkeit sein kann, zeigte sich während der Corona-Pandemie. Als weltweit Millionen Impfdosen schnell und sicher verteilt werden mussten, entstanden innerhalb kürzester Zeit völlig neue Anforderungen an Verpackung, Logistik und Infrastruktur. Für Packservice begann die Herausforderung mit einer Kundenanfrage zum Verpacken von Impfstoff.

Zeit war dabei die knappste Ressource. Vom ersten Gespräch bis zum operativen Produktionsstart vergingen lediglich acht Wochen. In dieser kurzen Zeit musste ein geeigneter Standort gefunden und auf die besonderen Anforderungen des Projekts vorbereitet werden. Es galt, die notwendige Infrastruktur aufzubauen, Sicherheits- und Lüftungskonzepte für den Umgang mit Trockeneis zu implementieren und Mitarbeitende umfassend zu qualifizieren.

Schulungen zu Arzneimittelhandling, Luftfrachtprozessen und Arbeitssicherheit mussten ebenso organisiert werden wie die Implementierung pharmazeutischer Qualitätsstandards. Gleichzeitig galt es, eine komplett neue Produktionsumgebung in Betrieb zu nehmen und innerhalb kürzester Zeit zuverlässig lieferfähig zu sein.

Unter normalen Bedingungen hätte ein solches Vorhaben viele Monate in Anspruch genommen. Inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise standen dafür nur wenige Wochen zur Verfügung. Der Erfolg des Projekts zeigt, was Reaktionsfähigkeit in der Praxis wirklich bedeutet: Nicht die Abwesenheit von Herausforderungen, sondern die Fähigkeit, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen belastbare Lösungen zu schaffen.

Wenn sich beim Kunden etwas ändert, ändert sich alles

Geschwindigkeit im Co-Packing

Nicht jede kurzfristige Veränderung in der Supply Chain wird durch eine Krise verursacht – auch wenn sich das für die Verantwortlichen manchmal so anfühlt. Oft sind die Dimensionen weniger extrem und mehr am normalen „Alltag“ der Lieferkette.

Meist liegt die Ursache in einer vermeintlich einfachen Entscheidung: Eine Aktion wird vorgezogen. Ein Produkt benötigt eine zusätzliche Verpackungsvariante. Die Nachfrage entwickelt sich deutlich stärker als erwartet. Es gibt Lieferschwierigkeiten. Nach erfolgreicher Ausschreibung muss ein Standort möglichst schnell aufgebaut werden.

Was wie eine einzelne Anpassung erscheint, löst im Hintergrund eine ganze Kettenreaktion aus. Materialien müssen beschafft werden. Produktionspläne werden angepasst. Personal muss eingeplant oder umgeschult werden. Qualitätsanforderungen sind zu berücksichtigen. Lagerflächen und Logistikprozesse müssen neu bewertet werden. Wenn Verpackungsprozesse Inhouse oder Wall to Wall beim Kunden stattfinden, verkürzen sich Reaktionszeiten nochmal drastisch.

Dafür sind Partner gefragt, die Veränderungen nicht als Störung betrachten, sondern als Teil des Geschäfts verstehen. Partner, die Herausforderungen früh erkennen, pragmatische Lösungen entwickeln und selbst unter Zeitdruck handlungsfähig bleiben.

Reaktionsfähigkeit lässt sich nicht improvisieren

Erfolgreiche Lieferketten„Die größte Herausforderung ist oft nicht die Veränderung selbst, sondern die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen umgesetzt werden müssen“, sagt Robert Fetsch, Operations Manager bei Packservice. „Dafür braucht es erfahrene Teams, klare Prozesse, kurze Wege und die Bereitschaft, gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu entwickeln.“

Tatsächliche Reaktionsfähigkeit beginnt deshalb lange bevor eine Herausforderung überhaupt auftritt. Sie basiert auf dem richtigen Geschäftsmodell, qualifizierten Mitarbeitenden, klar definierten Prozessen, digitaler Unterstützung, hoher Eigenverantwortung und einer Unternehmenskultur, die Veränderungen nicht als Risiko, sondern als Auftrag versteht.

Erfahrung spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Denn nicht jede Herausforderung lässt sich mit Standardlösungen bewältigen. Oft sind Pragmatismus, Kreativität und ein tiefes Verständnis für die Anforderungen des Kunden gefragt.

Keine Geschwindigkeit ohne Qualität

Funktionierende Supply Chains zeichnen sich nicht dadurch aus, dass niemals etwas Unvorhergesehenes passiert. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Unternehmen auch dann handlungsfähig bleiben, wenn Pläne angepasst werden müssen.

Reaktionsfähigkeit ist deshalb weit mehr als operative Flexibilität. Sie ist die Voraussetzung dafür, Veränderungen erfolgreich zu bewältigen, Chancen zu nutzen und Lieferketten stabil zu halten. Damit ist sie ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Markenhersteller, Handel und Industrie.

Vielleicht erklärt genau das, warum keiner unserer operativen Standorte aus 2001 heute noch existiert. Nicht, weil etwas verschwunden ist. Sondern weil sich Kunden, Märkte und Anforderungen verändert haben. Und weil die Fähigkeit, sich gemeinsam mit ihnen weiterzuentwickeln, seit jeher ein Teil der Packservice-DNA ist.

Oder, wie Oliver Fischer es formuliert: „Perfekte Pläne sind selten. Entscheidend ist, wie schnell und verlässlich man reagieren kann, wenn sie angepasst werden müssen.“

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